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biluma

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Sehr vorhersehbarer und langatmiger Roman

Die geheimen Worte: Roman - Rebecca Martin

Bad Kreuznach 1840. Die Schwestern Anne und Sophie verlieben sich in den englischen Kurgast James Bennet. Anne ist bereits verheiratet und hat eine Tochter, doch wirklich glücklich ist sie nicht. James Bennet weckt ganz andere Gefühle in ihr als ihr Ehemann. Ihre kleine Schwester Sophie ist noch auf der Suche nach einem Ehemann und hofft ihn in dem Engländer gefunden zu haben. Doch Mr. Bennet ist nicht der, der er zu sein scheint und das Unglück nimmt seinen Lauf.

 

Frankfurt am Main 1923. Marlene Gellert steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Sohn des Geschäftspartners ihres Vaters. Marlene möchte eine moderne Frau sein und sich ihr Leben nicht vorschreiben lassen. So beschließt sie, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und aus dem Käfig der Gesellschaft auszubrechen und ihr Glück mit dem Künstler Adrian zu versuchen. Durch ein Buch, dass ihr ihre Mutter zu kommen lässt, lernt sie das Schicksal ihrer Vorfahren Anne und Sophie und denkt erneut über ihre Zukunft nach.

 

Ich wollte schon lange mal ein Buch von Rebecca Martin lesen. Ihr neuester Roman „Die geheimen Worte“ ist es dann geworden. Ich liebe Romane, die in zwei Zeitebenen spielen. Normalerweise bedeutet das ja Gegenwart und Vergangenheit. Hier spielen beide Handlungsstränge in der Vergangenheit. Einmal geht es um die Schwestern Anne und Sophie die 1840 in Kreuznach leben und einmal um Marlene die 1923 in Frankfurt am Main lebt. Ich finde dass die 20er Jahre ein sehr faszinierendes Jahrzehnt sind und auch das 19. Jahrhundert hat es mir angetan. Die perfekte Mischung für mich. Leider bin ich mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden und ich konnte keine Beziehung aufbauen. Am sympathischsten war mich noch James Bennet. Der erst versucht hat, es allen recht zu machen, sich aber dann doch für sein eigenes Glück entschieden hat. Marlenes Handlungen konnte ich anfangs gut nachvollziehen, zum Schluss jedoch überhaupt nicht mehr. Näher kann ich darauf nicht ohne Spoiler eingehen ;). Die vielen Spaziergänge der Protagonisten find ich einfach nur langweilig und viel Gefühl war in der Geschichte leider auch nicht zur finden. Daher habe ich mit dem „Showdown“ im Jahr 1840 überhaupt nicht gerechnet. Dieses unerwartete und tragische Ereignis stellte den Höhepunkt des insgesamt sehr vorhersehbaren und langatmigen Romanes dar. Die Auflösung, was die beiden Schwestern und Marlene verbindet war dann leider wieder sehr kurz und unspektakulär. Auch das plötzliche Ende des Buches blieb völlig offen. Die zweite Zeitebene 1923 war für den Roman an sich nicht nötig und hätte der Geschichte einige Längen erspart. Mir hätte das Buch besser gefallen, wenn es nur die Geschichte von Anne und Sophie erzählt hätte. Auch den Titel fand ich nicht wirklich passend. Um „geheime Worte“ geht es eigentlich gar nicht.

 

Fazit: Ein insgesamt sehr vorhersehbarer und langatmiger Roman ohne große Höhen und Tiefen, der mich nicht überzeugen konnte. 2 von 5 Sternen